| Offizielle Bezeichnung |
englisch: Republic of Zimbabwe; deutsch: Republik Simbabwe |
| Unabhängigkeit |
18. April 1980 (von Großbritannien) |
| Fläche |
390.580 qkm |
| Landesnatur |
Hochplateau mit höherem Zentralplateau, im Osten bergig; tropisches, durch
Höhenlage moderates Klima, Regenzeit November bis März |
| Höchste Erhebung |
Inyangani (2.592 m) |
| Küste |
Binnenland mit Grenzen zu Sambia, Malawi, Mosambik, Südafrika und Botswana |
| Umweltprobleme |
Bodenerrosion, Abholzung (Brennstoff), in Bergbaugegenden hohe toxische
Rückstände in Wasser und Böden |
| Einwohnerzahl |
11.376.676 (Juli 2002 geschätzt) |
| Bevölkerungsdichte |
29,4 Einwohner pro qkm Landfläche |
| Hauptstadt |
Harare |
| Landessprachen |
Englisch (Amtssprache), Shona, Ndebele, sowie mehrere andere afrikanische
Sprachen |
| Religionen |
Synkretisten (Christentum mit Elementen indigener Religionen; 50%), Christen
(25%), indigene Religionen (24%), Muslime und andere (1%) |
| Staatsform |
parlamentarische Demokratie |
| Wahlrecht |
wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren |
| Exekutive |
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Präsident Robert Gabriel Mugabe; Kabinett:
vom Präsidenten ernannt und der Nationalversammlung verantwortlich; Präsidentschaftskandidaturen
bei Vorlage einer Unterschriftenliste mit mind. 10 Unterschriften von registrierten
Wählern (mind. 1 aus jeder Provinz) zugelassen, Präsident durch allgemeine
und direkte Wahlen bestimmt |
| Legislative |
Einkammernparlament (Nationalversammlung mit 150 Sitzen), 120 Sitze durch
direkte und allgemeine Wahlen, 12 vom Präsidenten, 10 an traditionelle Stammesoberhäupter,
acht an Gouverneure vergeben |
| Parteien |
Movement for Democratic Change (MDC); United Parties; Zimbabwe African
National Union-Ndonga (ZANU-Ndonga); Zimbabwe African National Union-Patriotic
Front (ZANU-PF; Regierungspartei); Zimbabwe African Peoples Union (ZAPU) |
| Rechtssystem |
Mischung aus römisch-niederländischem und englischem Recht |
| Justiz |
Supreme Court, High Court |
| Verwaltungsgliederung |
acht Provinzen: Manicaland, Mashonaland Central, Mashonaland East, Mashonaland
West, Masvingo, Matabeleland North, Matabeleland South, Midlands; zwei selbständige
Städte: Bulawayo, Harare |
| Internationale Mitgliedschaften |
Vereinte Nationen und Unterorganisationen, Afrikanische Union (AU), Entwicklungsgemeinschaft
SADC, Gemeinsamer Markt COMESA, Welthandelsorganisation (WTO; Internationaler
Währungsfond (IMF) und Weltbank |
| Internationale Länderkategorien |
kein LDC-Status
(7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed
Countries - "am wenigsten entwickelte Länder" - und
bekommen besondere Mittelzuwendungen) |
| Frühzeit |
| ca. 50.000 bis 10.000 v. Chr. |
Archäologische Funde zeigen, dass Jäger und Sammler bereits zu diesem
frühen Zeitpunkt im südafrikanischen Subkontinent, zu dem auch das heutige
Simbabwe gehört, siedeln. Sie betreiben noch keinen Ackerbau, bauen keine
festen Häuser und leben in kleinen Familienverbänden. |
| ca. 7.000 bis 100 v. Chr. |
In dieser von Archäologen als "Wilton-Kultur" bezeichneten Periode
leben in Simbabwe Menschen, die als direkte Vorfahren der Buschleute (Khoisan-Völker)
gelten, die sich dann über Botswana bis nach Namibia ausbreiten und dort
hochspezialisierte Gemeinschaften entwickeln. Felsbilder aus dieser Zeit
weisen darauf hin, dass sie bereits über eine entwickelte Viehzucht und
Töpferei verfügten. Vieles spricht dafür, dass sich in dieser Zeit ein Wechsel
vom Nomadentum zum Halbnomadentum vollzieht. |
Große gesellschaftliche Umwälzungen |
| bis 800 n. Chr. |
Bantu sprechende Völker wandern in das Gebiet zwischen Sambesi und Limpopo
ein. Sie sind Viehzüchter und Bauern, die Wanderhackbau betreiben. Sie entwickeln
die Eisenverarbeitung. Es gibt bereits ein gewisses Maß an Arbeitsteilung
(Töpferein, Eisenverarbeitung). Die Menschen leben in kleinen Gemeinschaften
zerstreut über das Zentralplateau. |
| ca. 1.000 n. Chr. |
Vom Norden wandern Menschen ein, die später Shona genannt werden. Um diese
Zeit verändern sich die Gesellschaften rasch, was auf verstärkte Wanderbewegungen
und auf regen Erfahrungsaustausch mit Nachbarvölkern hindeutet. In dieser
Zeit vollzieht sich wahrscheinlich auch der Wechsel von der bis dahin vorherrschenden
Matrilinearität (Mutterfolge) im Erbrecht zur heute vorherrschenden Patrilinearität. |
Die Großreiche |
| 1250 |
Im Gebiet zwischen den heutigen Staaten Botswana und Mosambik erlangt
das so genannte Groß-Simbabwe beachtliche Bedeutung. Von seiner Existenz
zeugen heute noch gewaltige Steinbauten. Der Name Simbabwe leitet sich von
den Shona-Wörtern dzimba gza mabwe (Steinhäuser) oder dzimba
woye (verehrungswerte Häuser) ab. Hauptnahrungsmittel in diesem Reich
ist Rindfleisch. Der Getreideanbau ist relativ unterentwickelt. Weberei
und Töpferei entwickeln eine außerordentliche Qualität. Dieses erste Großreich
wird heute oft noch irrtümlich als Monomotapa Reich bezeichnet (nach dem
Namen seiner Herrscher Mwene Mutapa, Herr der Minen). Es geht im 15. Jh.
aus bisher noch ungeklärten Gründen plötzlich unter. |
| 1450 |
Das wirkliche Monomotapa-Reich erlebt bis 1650 seine Blüte. |
| 1480 |
Das Torwa-Reich verzeichnet einen großen Aufstieg und konkurriert mit
dem Monomotapa-Reich. |
| 1684 |
Das Rozwi-Reich erstarkt und verdrängt die Reiche Monomotapa und Torwa.
Es kann sich bis 1830 halten. |
Große Umbrüche im Südlichen Afrika und Beginn der Kolonisation |
| 1827 |
Das Viehzüchtervolk der Ndebele dringt von Süden her gegen die Shona-Reiche
vor. Die Ndebele gehören zu den Zulu Südafrikas. Sie entziehen sich dem
Herrschaftsanspruch des neuen Zulu-Reiches. Deren Herrscher Shaka hat ein
militärisch straff organisiertes Reich geschaffen, das seinen Anspruch auf
benachbarte Völker auszudehnen versucht. In der Zeit von 1819 bis 1837 kommt
es in der Folge zu erheblichen Wanderbewegungen. Die Zeit wird mfecane
oder difaqane - erzwungene Migration - genannt. Die Ndebele weichen
auch vor den vordringenden burischen und britischen Siedlern nach Norden
aus. Sie besetzen das nach ihnen benannte Matabeleland auf dem Territorium
des heutigen Simbabwe und machen einige Shona-Stämme tributpflichtig. |
| 1853 |
Ndebele-König Mzilikazi wird von der jungen Südafrikanischen Republik
(Transvaal) gezwungen, den Buren Zugang zum Matabeleland zu gewähren (Potgieter-Silkaats-Vertrag). |
| 1855 |
Der schottische Missionar David Livingstone erreicht als erster weißer
Mann die Wasserfälle des Sambesi, die von den dort Lebenden Mosi oa
Tunya (Donnernder Rauch) genannt werden. Livingston benennt die Fälle
nach der britischen Königin Victoria. |
| 1857 |
Der schottische Missionar John Moffat erhält von König Mzilikazi die Erlaubnis
zur Einrichtung einer Missionsstation. Zwei Jahre später gründet er mit
der Inyati-Mission die erste permanente Weißen-Siedlung in Matabeleland.
Weiße Missionare, Händler und Jäger folgen. |
| 1868-1872 |
Mit dem Tod Mzilikazis brechen Erbfolgekriege aus, in denen sich sein
Sohn Lobengula durchsetzt. Er setzt die Politik seines Vaters fort. |
| 1887 |
Lobengula schließt mit dem burischen Gesandten einen Vertrag, der ihn
zum Verbündeten der Burenrepublik macht. Die Buren leiten daraus Schürfrechte
an Bodenschätzen ab. |
| 1888 |
Der englische Minen-Magnat Cecil Rhodes hintergeht die Buren und nutzt
die schon seit 1854 bestehende persönliche Beziehung der Missionarsfamilie
der Moffat zur Ndebele-Dynastie, um sich von Lobengula zusichern zu lassen,
ohne Zustimmung der Briten kein Land zu veräußern oder nutzen zu lassen.
Im gleichen Jahr vergibt Lobengula die ersten Schürfrechte an den englischen
Abenteurer Charles Rudd, der sie an Rhodes weiterverkauft. |
| 1889 |
Mit diesem Pfand in der Hand erhält Rhodes für seine British South
Africa Company (BSAC) einen königlichen Freibrief für die Ausbeutung
von Bodenschätzen im Matabeleland, was im Vertrag mit Lobengula nicht vorgesehen
war. |
| 1890 |
Gegen den Protest der Buren schafft Rhodes durch die Entsendung von Pionierfamilien
und BSAC-Polizisten Fakten. Sie dringen bis ins Shona-Territorium vor. |
| 1891 |
Um deutschen und portugiesischen Ansprüchen zuvorzukommen, erklärt eine
Royal Charter das Gebiet zum britischen Protektorat und unterstellt es der
Verwaltung der BSAC. In den Folgejahren setzten die Briten ihre Schürfrechte
und vor allem die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens mit Gewalt durch.
Die BSAC verfolgt die Eroberung des noch nicht besetzten Matabelelandes
und auch des Shonagebietes. |
| 1893 |
Im Oktober bricht zwischen Lobengula und der BSAC der offene Krieg aus.
Lubengulas Truppen werden in drei Schlachten geschlagen, der König stirbt
auf der Flucht. Die Viehherden der Ndebele werden von 200.000 auf 14.000
Stück dezimiert. Damit waren die Ndebele ihrer wirtschaftlichen Grundlage
beraubt. |
| 1894 |
Das Kolonialregime etabliert sich in Bulawayo auf den Trümmern des Kraals
von Lobengula. Das nun unter den Siedlern aufgeteilte Land erhält den von
seinem Eroberer abgeleiteten Namen Rhodesien. |
| 1896/97 |
Die Ndebele und Shona erheben sich gegen die weiße Vorherrschaft, es beginnt
der erste Chimurenga (Befreiungskrieg). Zu diesem Zeitpunkt sind
fast sämtliche militärischen Kräfte der BSAC Rhodesiens in Südafrika tätig,
um die Burenrepublik Transvaal zu stürzen und in das rohstoffreiche Land
vordringen zu können. Die Ndebele gehen im August einen trügerischen Friedensvertrag
ein. Die Shona, inspiriert von ihren "Geistmedien Kaguvi und Mbuya Nehanda",
kämpfen bis zu ihrem militärischen Untergang verzweifelt weiter. Die Häuptlinge
und Medien werden gefangen genommen und exekutiert. |
Die Kolonie Rhodesien |
| 1923 |
Die weißen Siedler entscheiden sich in einem Referendum gegen den Anschluss
an Südafrika und für eine Lösung von der BSAC. Rhodesien wird britische
Kolonie. Als weiße Siedlerkolonie erhält das Land die volle Selbstverwaltung
in inneren Angelegenheiten. |
| 1931 |
Ein Landgesetz teilt das Land in schwarze Reservate und weiße Siedlungsgebiete.
Den Schwarzen wird lediglich ein knappes Drittel des Landes, zumeist auf
den weniger fruchtbaren Böden, zugewiesen. |
| 1936 |
Nach dem Native Registration Act muss jeder männliche Afrikaner
über 16 Jahre einen Pass mit Namen, Herkunft und Arbeitsplatz bei sich tragen.
Er dokumentiert die Berechtigung zur Arbeitssuche außerhalb der Reservate.
Verstöße werden mit Zwangsarbeit geahndet. |
| 1946 |
Bei nur Weißen vorbehaltenen Wahlen erricht die burische Liberal
Party mit Hilfe von Rassentrennungsparolen den Sieg. Das Land heißt
fortan Südrhodesien. |
| 1951 |
Der Native Land Husbandry Act verschärft die Bewirtschaftungsvorschriften
über Agrarland für Schwarze. Jede Familie darf auf ihrem höchstens 3,2 ha
umfassenden Land nur noch Vieh in beschränkter Zahl weiden. Die Rechte der
Häuptlinge auf Landzuteilung werden beschnitten. Das Gesetz zwingt viele
Schwarze in die Städte, wo sie in den ihnen zugewiesenen Townships ein Proletariat
und eine Arbeitsreserve für die weiße Wirtschaft bilden. |
| 1953 |
Süd- und Nordrhodesien (das spätere Sambia) sowie das Protektorat
Nyassaland (Malawi) bilden die Zentralafrikanische Union, die sich 1963
wieder auflöst. |
| 1954 |
Die Eisenbahnergewerkschaft unter Joshua Nkomo ist die stärkste Organistion
der afrikanischen Bevölkerung. |
| 1957 bis 1961 |
Unter Nkomos Führung wird 1957 der Southern Rhodesia African National
Congress gegründet. Nach dessem Verbot 1959 tritt die National
Democratic Party NDP Anfang 1960 an seine Stelle. Auch sie wird im Dezember
1961 verboten. |
| 1961 |
Eine neue Verfassung mit sehr begrenzten Rechten für Afrikaner wird gegen
vehemente Proteste der Afrikaner verabschiedet. |
| 1961 |
Nach dem Verbot der NDP, der u. a. Joshua Nkomo und Robert Mugabe angehören,
wird die politische Oppositions- und Widerstandsbewegung Zimbabwe African
People's Union (ZAPU) gegründet. Sie übt über internationale Kanäle
Druck auf Großbritannien aus, eine wirkliche Verfassungsreform zu beginnen. |
| 1962 |
Die ZAPU beginnt mit Sabotageakten. |
| 1963 |
Nach Meinungsverschiedenheiten in der ZAPU spaltet sich als zweite Widerstandsbewegung
die Zimbabwe African National Union (ZANU) ab. Als Ziele proklamiert
sie die Umverteilung des Landes, freie Bildung für alle, Abschaffung der
rassistischen Gesetze und die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien. |
Einseitige Unabhängigkeitserklärung |
| 1964 |
Die weiße Rhodesian Front unter Ian Smith übernimmt die Regierung. |
| 1965 |
Am 11. November erklärt die Regierung ohne Einbeziehung Großbritanniens
einseitig die Unabhängigkeit Rhodesiens. Großbritannien und später auch
die Vereinten Nationen verhängen Sanktionen. |
| 1966/67 |
In den ersten bewaffneten Auseinandersetzungen erleiden die Guerilla-Verbände
von ZANU und ZAPU schwere Niederlagen. |
| 1970 |
Rhodesien erklärt sich zur Republik. |
| 1971 |
Großbritannien und Rhodesien vereinbaren Prinzipien für eine neue Verhandlungslösung
ohne Mitwirkung der Afrikaner. Diese lehnen eine solche Lösung ab und verhindern
erfolgreich deren Umsetzung.
Im Dezember des Jahres wird der African National Council unter Führung
von Bischof Abel Muzorewa gegründet. |
Kampf um die Unabhängigkeit / Der zweite Chimurenga (Befreiungskrieg) |
| 1972 |
Die ZANU eröffnet von Mosambik aus den Befreiungskrieg. |
| 1976 |
Nach Verhandlungen mit den USA und Südafrika akzeptiert Smith im Prinzip
die Bildung einer Mehrheitsregierung innerhalb von zwei Jahren. Großbritannien
beruft alle Parteien zu einer Rhodesien-Konferenz nach Genf ein. Sie scheitert. |
| 1976/77 |
ZANU und ZAPU schließen sich zur Patriotischen Front (PF) zusammen und
verstärken ihre militärischen Operationen. |
| 1978 |
Smith bildet ein Bündnis mit gemäßigten schwarzen Führern wie Bischof
Abel Muzorewa, um eine so genannte interne Lösung voranzutreiben. |
| 1979 |
Bei Wahlen ohne ZANU und ZAPU wird Muzorewa Ministerpräsident einer Übergangsregierung
von Simbabwe-Rhodesien. Sie wird von der britischen Regierung nicht anerkannt.
Der neuen britischen Premierministerin Margaret Thatcher gelingt es Anfang
August, alle beteiligten Parteien zu einer Verfassungskonferenz ins Lancaster-House
nach London einzuladen. Die Verhandlungen beginnen im September und enden
im Dezember mit der Unterzeichnung eines Friedensplanes zur Unabhängigkeit
Simbabwes. Die Parteien einigen sich in London auf eine neue Verfassung
sowie freie und allgemeine Wahlen. Das Land wird wieder unter britische
Verwaltung gestellt. |
Das unabhängige Simbabwe |
| 1980 |
An den ersten Wahlen nehmen über 93 Prozent der Wahlberechtigten teil.
Aufgrund des nie überwundenen Misstrauens treten ZANU und ZAPU wieder getrennt
an. Die ZANU gewinnt mit deutlicher Mehrheit und erhält 57 Sitze im 100-köpfigen
Parlament (20 Sitze sind nach dem Lancaster-House-Abkommen für Weiße reserviert).
Premierminister wird Robert Mugabe von der ZANU. Er beruft auch Joshua Nkomo
von der ZAPU sowie zwei Weiße in sein Kabinett. |
| 18. April 1980 |
Simbabwe wird formal unabhängig. |
| 1982 |
Auseinandersetzungen zwischen Anhängern von ZANU und ZAPU sowie Funde
von Waffenlagern auf Farmen von führenden ZAPU-Mitgliedern führen zu einer
Regierungsumbildung. Nkomo verliert sein Ministeramt. |
| 1983 |
In Matabeleland wird die von Nordkoreanern ausgebildete 5. Brigade gegen
so genannte Dissidenten und ZAPU-Anhänger eingesetzt. Es kommt zu schweren
Übergriffen und Massakern. Nkomo bringt sich außer Landes in Sicherheit. |
| 1985 |
Trotz der angespannten Lage werden die Wahlen durchgeführt. Sie bestätigen
die regionalen Stärken von ZANU (Shona-Provinzen) und ZAPU (Matabeleland).
Die ZANU verfehlt die Zweidrittelmehrheit. |
| 1987 |
Die Verfassung wird geändert. Die in London vereinbarte Reservierung von
20 Sitzen im Parlament für Weiße läuft aus. Eine vom ZANU-Kongress 1984
befürwortete Schaffung eines Einparteienstaates lässt sich bei den Mehrheitsverhältnissen
nicht durchsetzen. Es wird jedoch der Zusammenschluss von ZANU und ZAPU
zur ZANU/PF (Patriotische Front) vereinbart, der 1989 erfolgt. Das repräsentative
Präsidentenamt wird zugunsten eines Exekutivpräsidenten abgeschafft. Dieses
neue Amt fällt an Robert Mugabe. |
| 1990 |
Die Wahlen stärken die Regierungspartei.
Im Juli wird der von Ian Smith im Jahre 1965 verhängte Ausnahmezustand
aufgehoben. Nkomo wird Vizepräsident. |
| 1991 |
Die neue Regierung sieht sich gezwungen, der prekären außenwirtschaftlichen
Lage Rechnung zu tragen. Ein Programm der Liberalisierung ESAP (Economic
Structural Adjustment Programme) soll die Wirtschaft wieder flott machen. |
| 1995 |
Die ZANU/PF gewinnt die Parlamentswahlen im April ungefährdet (118 der
120 Sitze). |
| 1996 |
Mugabe wird im März erneut unangefochten zum Staatspräsidenten gewählt. |
| 1997 |
Im Oktober verkündet Mugabe, dass fünf Millionen Hektar Land
von weißen Farmern ohne Kompensation enteignet werden sollen. |
| 1998 |
Nach einer Welle von Preiserhöhungen erlebt Harare im Januar gewaltsame
Protestkundgebungen.
Der Ruf nach einer neuen Verfassung wird laut. Das Mehrheitswahlrecht nach
britischem System soll durch ein Verhältniswahlrecht abgelöst werden, um
eine angemessenere Repräsentierung und einen Regierungswechsel realistisch
werden zu lassen. Organisationen der Zivilgesellschaft bilden eine Verfassungsversammlung.
Die Regierung antwortet mit einer eigenen Kommission. |
| 1999 |
Am 1. Juli stirbt Vizepräsident Joshua Nkomo.
Im September bildet sich aus der bürgerlichen Verfassungsversammlung eine
neue Partei, die Bewegung für Demokratischen Wandel MDC (Movement for
Democratic Change). Ihr steht der Gewerkschaftsführer Morgan Tsvangirai
vor. |
| 2000 |
In einem Referendum im Februar entscheidet sich die Mehrheit der Bevölkerung
gegen die von der Regierungskommission vorgelegte Verfassungsreform.
Begleitet von zumindest geduldeten Landbesetzungen wird im März das
fast track-Programm zur Landumverteilung verkündet und mit rechtlich
fragwürdigen Mitteln und mit Gewalt durchgesetzt. Neun von zehn kommerziellen
Farmen werden konfisziert.
Bei den Parlamentswahlen im Juni verliert die MDC nur knapp gegen die ZANU.
Im Wahlkampf war es zu massiven Einschüchterungen Oppositioneller und gewaltsamen
Auseinandersetzungen zwischen den Parteien gekommen. |
| 2001 |
Simbabwes Wirtschaft erlebt eine immer stärkere Talfahrt, die Auslandsschulden
belaufen sich auf 4,5 Mrd. US$, die Inflation steigt über 55%. IWF
und Weltbank stellen wegen der fehlenden rechtsstaatlichen Verhältnisse
ihre Zahlungen für Simbabwe ein. Augrund der Landbesetzungen fällt
die Ernte um ca. 42% geringer aus als im Vorjahr. Obwohl eine Million Menschen
an Hunger leiden, verbietet Mugabe im November den Hilfsorganisationen per
Dekret, Nahrungsmittelhilfe zu verteilen. |
| 2002 |
Die Regierung erhöht die Repression. Das Parlament billigt im Januar
das umstrittene Pressegesetz, das alle Medien einer strikten Kontrolle unterwirft.
Im Februar verhängt die EU Sanktionen gegen Simbabwe.
Bei den Präsidentschaftswahlen im März setzt sich Robert Mugabe gegen
seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai von der MDC knapp durch. Der Wahlkampf
wird von gewaltsamen Auseinandersetzungen begleitet. Internationale Beobachter
erklären die Wahlen als nicht korrekt durchgeführt. Die Opposition erkennt
das offizielle Ergebnis nicht an. Morgan Tsvangirai wird mit zwei weiteren
MDC-Mitgliedern im April wegen Hochverrats vor Gericht gestellt. |
| 2003 |
Zu Jahresbeginn erlebt Simbabwe Hungerrevolten. In Bulawayo und Chitungwiza
kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Während der
Hochverratsprozess gegen Tsvangirai beginnt, beschließt die EU im
Februar die Fortführung der Sanktionen. Auf einen erfolgreichen Generalstreik
im März folgt eine Welle von Verhaftungen.
Der regionale und internationale Druck auf die Regierung wächst. Im
Mai treffen sich die Staatschefs Südafrikas, Nigerias und Malawis in
Harare mit Präsident Mugabe und Oppositionsführer Tsvangirai,
um Wege zur Überwindung der andauernden Krise auszuloten. Im Juni wird
Tsvangirai erneut verhaftet und des Hochverrats angeklagt.
Die MDC, die nach einem erfolgreichen Generalstreik im März bereits
Nachwahlen in Harare gewonnen hatte, erringt im August einen deutlichen
Sieg bei Kommunalwahlen in zwölf Städten. |
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